Bollywood

Bhoothnath

© Rapid Eye Movies

Komödie
IND 2008, 150 min.
R/Dir: Vivek Sharma
B/C: Amitabh Bachchan, Aman Siddiqui, Juhi Chawla, Shah Rukh Khan
B/S: Vivek Sharma, Sudhanshu Dube
K/DoP: Vishnu Rao
M/M: Salim Merchant, Vishal Dadlani, Shekhar Ravjiani 

 

Der Vorspann von Bhoothnath beinhaltet einige große Namen der indischenFilmindustrie: Musik von Vishal-Shekhar, Lyrics von Javed Akhtar, von den Hauptdarstellern einmal ganz abgesehen. Aber große Namen allein machen noch keinen guten Film, sondern schaffen in erster Linie große Erwartungen.

‚Bhoothnath’ beginnt viel versprechend. Die Familie Sharma zieht in ein wunderschönes altes Haus in Goa. Mittelpunkt der Familie ist der kleine Banku, der mit seinem sehr lebhaften Wesen alle auf Trab hält. Vater Aditya lässt schon nach einigen Tagen Sohn und Ehefrau Anjali zurück, da er auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet und in See stechen muss. Aber schnell stellt der Rest der Familie fest, dass sie nicht allein in dem Haus wohnen: Der verstorbene vorherige Besitzer Nath in Gestalt des kauzigen Geistes Bhoothnath hat entschieden etwas dagegen, dass eine neue Familie in seinem Heim haust. Er beginnt also die Familie heimzusuchen und versucht sie mit seinen Zaubereien aus der Villa zu vertreiben. Allerdings hat er nicht mit dem kleinen Banku gerechnet. Welches Kind würde sich nicht vor einem gruselig geschminkten Amitabh Bachchan fürchten? Richtig: Banku! Denn dieser zeigt sich gänzlich unbeeindruckt vom Auftauchen des Geistes und Bhoothnath ist angesichts dieser Tatsache sichtlich verwirrt. Er versucht seine Spuk-Qualitäten mit einigen gruseligen Tricks unter Beweis zu stellen, aber ohne Erfolg, denn Banku hält ihn statt für einen bösen Geist für einen Engel. So entsteht langsam eine Freundschaft zwischen Banku und Bhoothnath und zusammen spielen sie ihren Mitmenschen allerlei Streiche.  

Nach der Pause kommt es zu einem erheblichen Bruch in der Geschichte und von nun an steht die Vorgeschichte von Bhoothnath im Vordergrund und warum seine Seele keine Ruhe findet. Denn den Geist lässt ein Konflikt mit seinem Sohn keine Ruhe und erst wenn sie einander vergeben haben kann er in Frieden ruhen. Während die erste Hälfte mit den Eskapaden von Banku und Bhoothnath eine unterhaltsame Familienkomödie darstellt, gelingt es in der zweiten Hälfte nicht, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.

Zwar ist Amitabh Bachchan in seiner Rolle als kauziger Geist gewohnt souverän, aber den anderen Darstellern wie Juhi Chawla als Mutter Anjali gelingt es nicht zu überzeugen. Daran kann auch kein Shah Rukh Khan etwas ändern, dafür ist seine Rolle zu klein und zu unausgereift. Die Special Effects im ersten Teil tragen erheblich zur Auflockerung bei und sind wohl platziert. Auch die Kameraführung ist tadellos mit einigen wunderschönen Aufnahmen von Goa. Allerdings ist die Musik zwar peppig, aber nicht besonders außergewöhnlich und kann den Zuschauer selten mitreißen. So wirkt auch Amitabh Bachchan in seinem Hip Hop outfit während einer der Tanzsequenzen fehl am Platz. 

Alles in allem ist ‚Bhoothnath’ eine unterhaltsame Familienkomödie, deren zweite Hälfte leider erheblich schwächelt und der es an Nachhaltigkeit fehlt. Die hohen Erwartungen, die an den Film gestellt werden, können nicht erfüllt werden. Von Magie und handwerklicher Finesse, die in der ersten Hälfte zu sehen sind wird dem Zuschauer in der zweiten Hälfte leider nicht mehr viel geboten und es scheint als hätte der Regisseur sich nicht entscheiden können, ob er eine Komödie oder ein Drama machen will. Es wäre eindeutig die bessere Entscheidung gewesen, der ersten Hälfte treu zu bleiben, dann wäre ‚Bhoothnath’ ein Film geworden, der einer originellen Hollywood Vorlage wie z.B. ‚Casper’ in nichts nachsteht.   

© Rapid Eye Movies

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