

Drama
IND 2007, 105 min.
R/Dir: Vidhu Vinod Chopra
B/C: Amitabh Bachchan, Saif Ali Khan, Sanjay Dutt, Vidya Balan, Boman Irani
B/S: Vidhu Vinod Chopra, Abhijit Joshi
K/DoP: Nataraja Subramanian
M/M: Shantanu Moitra
Im nordindischen Rajasthan lebt der alte König Rana Jaywardhan in seinem Palast. Obwohl er im modernen und demokratischen Indien keinerlei Macht besitzt, residiert er mit seiner Frau Suhasinidevi und seiner geistig behinderten Tochter Nandini wie zu Zeiten, als die Familiendynastie noch die Herrschaft über die Region inne hatte. Zu seinem engeren Kreis an Vertrauten gehört auch der königliche Wächter Eklavya, dessen Familie seit neun Generationen aufopferungsvoll König und Palast schützt. Aber auch Eklavya wird langsam alt und sein Augenlicht schwindet zunehmend. Doch dann stirbt die Königin Rani Suhasinidevi unter mysteriösen Umständen und ein lang gehütetes Familiengeheimnis droht die trügerische Ruhe des Palastes zu zerstören: Nach dem Tod seiner Mutter kehrt der in London lebende Prinz Harshwardhan zurück. In einem Brief, den ihm seine Mutter hinterlassen hat, erfährt er, dass König Rana Jaywardhan nicht sein leiblicher Vater ist, sonder Eklavya, der Wächter des Königs. Fortan entfaltet sich ein Strudel aus Eifersucht, Rache und Verschwörungen, die die ganze Familie in ihren Sog zieht.
Seit ‚Mission Kashmir’ (2000) stand Vidhu Vinod Chopra nicht mehr als Regisseur hinter der Kamera. Er kehrte dem Filmgeschäft jedoch nicht ganz den Rücken zu sondern betätigte sich in der Zwischenzeit erfolgreich als Produzent (‚Munna Bhai M.B.B.S.’ (2003), ‚Parineeta’ (2005) und ‚Lage Raho Munna Bhai’ (2006)) und nun, sieben Jahre später, meldet er sich mit Eklavya zurück.
Das Cast beinhaltet einige der größten Namen der Bollywood Filmindustrie: Amitabh Bachchan als Eklavya, Saif Ali Khan als Harshwardhan, Boman Irani als Rana Jaywardhan und Sanjay Dutt als Polizist Pannalal Chohaar. Trotz dieser hochkarätigen Namen gelingt es dem Film nicht, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Die schauspielerischen Fähigkeiten der Hauptdarsteller können sich nicht entfalten, so dass es keinem von ihnen gelingt, das Publikum mit zu reißen und in seiner Rolle zu überzeugen. Leider finden auch die weiblichen Charaktere kaum Beachtung, sowohl Raima Sen als geistig behinderte Nandini als auch Vidya Balan als Rajo gehen nahezu vollkommen unter.
Das zentrale Thema von ‚Eklavya’ kann mit dem immer wieder auftauchenden und aus dem Sanskrit stammenden Begriff „Dharma“ umschrieben werden, also die ethische Pflicht das Richtige zu tun. Pflicht und Pflichterfüllung, damit haben alle Charaktere in ‚Eklavya’ auf ihre Weise zu kämpfen. Leider entwickelt sich die Story sehr vorhersehbar, es fehlen die unerwarteten Wendungen in der Geschichte, die für den Erhalt von Spannung und Nervenkitzel nötig gewesen wären.
Dennoch ist der Film sehr schön anzusehen, die Kostüme und die Kameraführung sind beeindruckend. Die Aufnahmen des Palastes in Rajasthan, eine Szene mit hunderten Kamelen und gut gelungene Nahaufnahmen machen den Film zumindest optisch zu einem Highlight. Auch der klassisch gehaltene Soundtrack untermalt die Geschichte sehr passend und sorgt für die richtige Atmosphäre.
‚Eklavya’ soll bewusst an die Werke Macbeth oder auch Othello von William Shakespeare erinnern, so rezitiert König Rana Jaywardhan am Bett seiner sterbenden Frau ihr Lieblingssonett von Shakespeare. Zwar weist Eklavya typische Shakespeare-Elemente wie Intrigen, Rache und Hass auf, allerdings weist der Film im Vergleich eindeutig Schwächen auf. Große Emotionen wie Leid, innere Zerrissenheit und Wut gepaart mit komplexen Charakteren und einer tiefgründigen Geschichte, all dies hat William Shakespeare zu einem wahren Meister des Dramas gemacht. ‚Eklavya’ hat zwar das Potential ein großes Drama zu sein, nutzt aber dieses nicht, so dass Vidhu Vinod Chopra zwar ein solides, aber kein glanzvolles Comeback feiern kann.
