

Drama
IND 2004, 192 min.
R/Dir: Yash Chopra
B/C: Shah Rukh Khan, Preity Zinta, Rani Mukerji, Amitabh Bachchan, Kirron Kher
B/S: Aditya Chopra
K/DoP: Anil Mehta
M/M: Sanjeev Kohli, Madan Mohan
Kurz bevor die geliebte Bebe der jungen Pakistanerin Zaara stirbt, äußert sie noch einen letzten Wunsch: Ihre Asche soll in Indien, dem Land ihrer Geburt, bei ihren Ahnen verstreut werden. Kurzerhand macht sich Zaara gegen den Willen ihrer Mutter auf den Weg nach Indien. Doch dann verunglückt ihr Reisebus in den Bergen hinter der Grenze und Zaara droht eine Klippe hinab zu stürzen, doch Veer, Pilot der indischen Luftwaffe, kann sie retten. Veer verliebt sich auf den ersten Blick in Zaara und als er erfährt, dass sie die Asche ihrer Großmutter in Kiritpur verstreuen möchte, beschließt er, sie zu begleiten. Sie verbringen einige unvergessliche Tage miteinander und auch Zaara verliebt sich in Veer. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Zaara ist in Pakistan bereits verlobt und ihr Verlobter hat sich in der Zwischenzeit auf die Suche nach ihr gemacht. Als er sie findet trennen sich die Wege von Veer und Zaara – allerdings ist dies nicht das Ende ihrer Geschichte. Veer will Zaara für sich gewinnen und reist nach Pakistan. Mit fatalen Konsequenzen. Heute, 22 Jahre später, sitzt Veer als Gefangener 786 in einem Gefängnis in Pakistan. Bis die junge und ehrgeizige Anwältin Saamiya alles daran setzt, seinen Prozess neu zu verhandeln und ihn frei zu bekommen. Doch um seine Freiheit wieder zu gewinnen muss Veer die wahre Geschichte von Veer und Zaara erzählen.
‚Veer und Zaara – die Legende einer Liebe’, so lautet jedenfalls der Deutsche Untertitel des Films von Großmeister Yash Chopra, der seinerseits den Status einer Legende bereits erreicht hat. Nach 7jähriger Pause meldet er sich zurück und sitzt seit ‚Dil To Pagal Hai’ (1997) erstmals wieder im Regiestuhl. Sohn Aditya schrieb Dialoge bzw. Drehbuch und gewann dafür auch die Filmfare Awards in den Kategorien Best Dialogue und Best Story. Die wunderschöne Kameraführung von Anil Mehta (‚Kal Ho Naa Ho’, ‚Lagaan’) beeindruckt den Zuschauer zusätzlich mit prächtigen Aufnahmen von Land und Leuten.
Der Film beschäftigt sich neben der Liebesgeschichte von Veer und Zaara auch mit der Trennung von Indien und Pakistan. Yash Chopra wurde selbst in Lahore geboren, was heute zu Pakistan gehört und erlebte die Trennung der beiden Länder am eigenen Leib mit. So findet dieses politische Thema unter anderem Sinnbildlich in der Beziehung zwischen Veer und Zaara und der Musik des Films seinen Ausdruck.
Das Besondere an ‚Veer und Zaara’ ist das Gefühl, das sich beim Ansehen dieses Films einstellt und das nur schwer in Worte zu fassen ist. Schon als Shah Rukh Khan als Gefangener 786 zum ersten Mal stotternd beginnt seine Geschichte zu erzählen, wird der Zuschauer gefesselt. So vergehen die ersten 2/3 des Films wie im Flug; die langsam aufblühende Liebesgeschichte der beiden Protagonisten zieht den Zuschauer in ihren Bann. Veer und Zaara durchleben eine Bilderbuch-Romanze, zärtlich nähern sie sich einander immer mehr an und als sie einige Tage bei Veers Zieheltern verbringen, scheint ihre gemeinsame und glückliche Zukunft sicher. Als sich dann aber herausstellt, dass Zaara bereits verlobt ist, und sie trotz ihrer starken Gefühle für Veer von ihm Abschied nehmen muss, leidet auch der Zuschauer mit.
Shah Rukh Khan ist hier in seiner Paraderolle als kämpfender Liebhaber zu sehen. So überzeugend wie kaum ein anderer ist er dazu in der Lage, mit Tränen in den Augen seiner Geliebten zu versprechen, dass er sein Leben für sie geben würde. Shah Rukh Khan und Preity Zinta harmonieren sehr gut, denn auch wenn Preity in dem Lied ‚Main Yahan Hoon’ verzweifelt versucht, das Gesicht von Veer aus ihren Gedanken zu verdrängen, ihn aber in jedem Winkel und zu jedem Zeitpunkt sieht, tut sie das mit überzeugenden Schmerz. Beide porträtieren eindrucksvoll die Emotionen, die ihre Charaktere durchleben und lassen den Zuschauer an diesem Wechselbad teilhaben. Die Bezeichnung ‚Nebenrolle’ wird den anderen Darstellern nicht gerecht, Amitabh Bachchan als Veers Zieh-Vater Chaudhary Sumer Singh, Rani Mukherji als Anwältin Saamiya oder auch Kiron Kher als Zaaras Mutter tragen in erheblichen Maße zum Gelingen dieses Films bei.
‚Veer and Zaara’ ist sowohl visuell als auch inhaltlich ein sehr beeindruckender Film mit großartiger Besetzung. Die Liebe von Veer und Zaara ist nahezu übermächtig und große Gefühle sind allgegenwärtig, aber Drehbuch, Darsteller und Regie sorgen dafür, dass der Film nicht in vollkommenen Kitsch abgleitet. In bester Bollywood Manier gelingt es Yash Chopra meisterlich, die Emotionen der Zuschauer zu wecken und voll in die Geschichte hinein zu ziehen. Er erschuf ein gleichermaßen packendes wie poetischen Leinwandspektakel, das definitiv ein Muss für jeden Fan des großen Bollywood Kinos ist.
